Einsatz von Fahrzeugen
Bei dem Einsatz von PKW, LKW, Bussen & Co. muss man bei Übungen und Simulationen eine Vielzahl von Gefahren berücksichtigen. Wir haben die Folgenden Sicherheitstipps zusammengetragen.
Mehrfache Absicherung
- Unterbau bei Böschungen
Bei Hanglage oder Böschungen ist eine professionelle Sicherung des Fahrzeugs erforderlich. Keile reichen hier nicht aus.
- Zündschlüssel entfernen
Bei betriebsbereiten Fahrzeugen ist der Zündschlüssel zu entfernen und der Leerlauf einzulegen! So wird vermieden, dass der PKW bei den Rettungsmaßnahmen unbeabsichtigt gestartet wird (z. B. durch Arbeiten im Fußraum). Der Zündschlüssel sollte gut sichtbar schnell erreichbar (z. B. auf dem Armaturenbrett) abgelegt werden.
Betriebsstoffe
Selbst Neufahrzeuge sind in der Regel nur bis zu einem bestimmten Neigungswinkel „dicht“. Wird ein Fahrzeug gekippt, laufen Betriebsstoffe aus. Gebrauchtwagen und im Besonderen schrottreife Fahrzeuge können auch ohne Fremdeinwirkung „undicht“ sein. Die Gefahr dass Betriebsstoffe auslaufen ist besonders hoch, wenn mit schwerem Gerät an den Fahrzeugen gearbeitet wird (auch wenn das Fahrzeug ebenerdig steht).
Betriebsstoffe sind z. B. Treibstoffe, Maschinenöl, Hydrauliköl, Kühlflüssigkeit oder chemische Reinigungsmittel. Sie können unterschiedliche Gefahren bergen, wie z. B.:
- Leicht entzündlich
- Ätzend
- Giftig
- Massive Umweltverschmutzung
- Kleidung dauerhaft verunreinigt
Wir empfehlen folgende Sicherungsmaßnahmen:
- Betriebsstoffe entfernen.
Schrottreife Fahrzeuge sollten nur zu Übungszwecken eingesetzt werden, wenn vorher alle Betriebsstoffe entfernt wurden.
- Bindemittel und Auffangbehälter
Halten für alle Fälle Bindemittel und einen Auffangbehälter für jedes Fahrzeug bereit.
Innenraum
Rettungskräfte und Darsteller (ohne Schutzkleidung) müssen sich bei Übungen Sicher in dem Fahrzeug bewegen können.
Wir empfehlen folgende Sicherungsmaßnahmen:
- Scharfe Kanten
entfernen oder absichern
- Glassplitter
aufkehren und entsorgen
- Reste von Betriebsstoffen
Auffangen oder abdecken
Verkehrsraum
Sollte die Simulation an den öffentlichen Verkehrsraum grenzen, ist der Übungsbereich beim Aufbau fachgerecht abzusichern!
In solchen Fällen ist im Vorfeld auch immer die Polizei zu informieren. Im Saarland sind Verkehrsumleitungen und das wieder freigeben von gesperrten Bereichen der Polizei vorbehalten. Andere Kräfte dürfen lediglich Gefahrenbereiche absichern! Möglicherweise ist das in anderen Bundesländern abweichend geregelt, doch wir raten generell von einem aktiven Eingriff in den fließenden Verkehr ab. Denn sollte etwas passieren, stellt sich immer die Haftungsfrage.
Simulieren von Gefahrstoffen
Bitte niemals mit echten Gefahrstoffen üben! Diese sollten immer durch ungefährliche Stoffe ersetzte werden. Die Gefahrgut Kennzeichnung darf nur an der abgesicherten Einsatzstelle angebracht werden und sollte zusätzlich die Kennzeichnung “ÜBUNGSTAFEL” tragen. Das gleiche gilt für die Begleitpapiere.
Autor
Dieser Überblick wurde zusammengestellt von
Ingo Vigneron
www.EMERGENCY-SIMULATION.eu
Ausbildung & Simulation, Freiwillige Notfallhilfe e. V.
